Streit um Pokerturniere

Der Poker Verband, der in der Schweiz neu gegründet wurde, plant, gegen den Entscheid des Bundesgerichts vorzugehen.

Glaubt man der Aussage der eidgenössischen Spielbankenkommission, so entscheidet allein der Zufall über einen Gewinn, wenn es ums Glücksspiel geht. Die in der Aussage genannten Beispiele beziehen sich auf Spiele wie Roulette und Würfelspiele. Während du bei einem Geschicklichkeitsspiel Einfluss auf den Ausgang desselben nehmen kannst, ist dies bei Glücksspielen unmöglich.

Bedenkt man aber, dass nahezu alle Geldspiele eine Mischung aus Glücks- und Geschicklichkeitsspiel darstellen, so ist die Frage nach dem prozentualen Anteil des Einflusses schwer zu klären. Das Bundesgericht hat Poker als Glücksspiel eingestuft. Begründend dafür sind nun folgende Aspekte: Werden die Karten ausgeteilt, so ist die Folge dieser Karten purer Zufall und kann nicht beeinflusst werden. Zudem kann Pokern zur finanziellen Pleite führen. Der letzte Aspekt ist, dass auch Geldwäsche beim Pokern nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Schweiz verbietet jede Form von Glücksspiel, welches nicht in einer lizenzierten Spielbank stattfindet. Dies bedeutet für private Veranstalter, dass diese keine Pokerspiele mehr anbieten dürfen. Bluffen, aussteigen, schieben? Das ist beim Pokern die Frage.

Fakt ist, dass das Bundesgericht beschlossen hat, Poker als Glücksspiel einzustufen. Softwareexperte Esen, der mit seinem „Other Poker Club“ einen Marktanteil von sagenhaften 12 Prozent in der Schweiz ausmachte, steht nun bald vor dem Ruin. Monat für Monat veranstaltete der Basler etwa 35 Pokerturniere. Aus diesem Grund hatte der Inhaber des größten Schweizer Pokerclubs auch 60 Angestellte beschäftigt. Diese musste er nun auf gerade einmal 10 minimieren.

Seit der Entscheidung des Bundesgerichts werden Pokerturniere wie Texas Holdem ausschließlich in Casinos erlaubt, die über eine entsprechende Lizenz verfügen. Herr Esen spricht sich deutlich gegen diesen Entscheid aus, denn er ist der Meinung, dass Poker keineswegs ein Glücksspiel ist.

Während das Bundesgericht jedoch bei seiner Einstellung zu dem beliebten Kartenspiel bleibt, hat das Internationale Olympische Komitee hingegen Poker als Geschicklichkeitsspiel eingestuft. Gerade deshalb empfindet Esen das ausgesprochene Urteil als nicht nachvollziehbar. Statt sich mit echten Pokerprofis auseinander zu setzen, wurde ein Testspiel abgehalten.

Dieses führte zu der Einstufung als Glücksspiel. Der Vizepräsident des Pokerteams Basel gab zu bedenken, dass echte Pokerspieler das Gegenteil beweisen könnten und darlegen würden, dass Poker alles andere als ein Glücksspiel ist.

Esen veranstaltet nunmehr nur noch Pokerturniere, die entweder mit einem Startgeld verbunden sind, oder aber er verlangt keines und es gibt stattdessen Preise für die besten Spieler zu gewinnen. Da es sich jedoch nur um zwei Turniere pro Monat handelt, ist die Existenz des riesigen Pokerclubs weiterhin stark gefährdet.

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