Razzia bei Spielautomaten-Händler

Ein Unternehmen in der Stadt Zeiningen wurde vergangenen Donnerstag von der Eidgenössischen Spielbankenkommission durchsucht. Grund dafür war, dass der Verdacht nahelag, das Unternehmen wäre Organisator von illegalem Glücksspiel.

Zeiningen, eine Stadt im Aargau, ist alles andere als bekannt für Glücksspiele. Das Dorf besteht mehr oder minder aus ein paar Häuschen sowie einer kleinen Fischzucht.

Umso verwunderlicher, dass es ausgerechnet in diesem Dorf illegales Glücksspiel geben soll. Die Eidgenössische Spielbankenkommission äußerte den schwerwiegenden Verdacht, dass der in Zeiningen ansässige Spielautomaten- Vertreiber VSA Voegtle höchstpersönlich ein Veranstalter illegalen Glücksspiels sei.

Gemeinsam mit der Polizei durchsuchte die ESBK aus diesem Grunde ganze neun Stunden lang den Betrieb inklusive aller noch so kleinen Räume. Computer sowie Dokumente wurden polizeilich beschlagnahmt und zeitgleich wurde ein weiteres Unternehmen durchsucht, bei welchem der Verdacht nahelag, dass dieses mit VSA Voegtle zusammen arbeite.

Zwei Unternehmen stehen noch immer unter dem Verdacht, illegale Glücksspiele online zu betreiben. Aufgrund der Tatsache, dass die Ermittlungen bisher noch nicht abgeschlossen sind, gibt es zur Zeit keine weiteren Informationen.

Es gibt aber Hinweise darauf, dass sowohl in der VSA Voegtle & Schweizer AG als auch in dem zweiten Unternehmen illegale Online- Poker Spiele in Hinterzimmern der jeweiligen Unternehmen abgehalten werden. Laut Behördenkommission ist die VSA AG eindeutig an der Organisation dieser illegalen Pokerspiele beteiligt und wird sich dafür verantworten müssen, sollte sich der Tatvorwurf tatsächlich bestätigen.

Der Gegenvorwurf der VSA AG: Die ESBK wollte nur an Kundendaten herankommen. Laut Peter Voegtle selbst werden in seinem Unternehmen ausschließlich Automaten verkauft. Diese werden in seinen Räumlichkeiten aber weder betrieben noch aufgestellt. Die Razzia hat laut seinen Vermutungen nur einen einzigen Grund, und zwar den, an Daten von Betrieben und Personen heranzukommen, die bisher Automaten bei der VSA AG gekauft haben.

Der Verkauf solcher Spielautomaten an sich ist natürlich nicht verboten – auch dann nicht, wenn es sich um Glücksspielautomaten mit möglichen Geldgewinnen handelt. Einzig der Betrieb der Automaten ist dann illegal, sofern der Betreiber über keine staatliche Lizenz verfügt, wie es bei Spielhallen und Casinos der Fall ist.

Voegtle steht offen dazu, dass sein Unternehmen die Glücksspielautomaten vertreibt. Dennoch ist er sich sicher, keine Straftat zu begehen. Seine Aussage: „Einem Messerverkäufer kann man auch nicht belangen, wenn mit einem Messer von ihm eine Person abgestochen wird“.

Er ist weiterhin der festen Überzeugung, dass es ausschließlich um Kundedaten geht, die sich die ESBK im Dienste des Staates einholen will. Er plant, rechtlich gegen den erlassenen Durchsuchungsbefehl vorzugehen.

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