Poker reine M

Wenn es ein Spiel gibt, das zusehends immer beliebter wird, dann Poker. Noch nie zuvor gab es derart viele User, die sich online mit dem Kartenspiel beschäftigt haben als heute. Besonders häufig unter den Pokerspielern zu finden: junge Männer. Zumindest scheint es so als zeigen die jungen Herrschaften am Pokertisch, wie männlich sie tatsächlich sind. Gerade in Deutschland werden unaufhörlich neue Spielhallen eröffnet. Seit rund einem Jahrzehnt ist Poker aber der Vorreiter, denn hier boomt das Geschäft wie nirgendwo sonst. Dies hat Tilman Becker, Professor und Leiter der „Forschungsstelle Glücksspiel“ herausgefunden, der sich seit vielen Jahren mit der Thematik beschäftigt. Ein Grund für den Hype sind sicherlich die zahlreichen Stars, darunter Boris Becker, die immer öfter mit Poker auf diversen TV Sendern werben. Man nehme die Pokerstars Nacht von TV Total als bestes Beispiel, und schon wird klar: Poker ist selbst bei den Promis angekommen.

Jüngste Schätzungen zeigen, dass mittlerweile etwa 340 Mio. Euro jährlich in Poker Spiele fließen – darunter vorrangig online. Der Umsatz der noch immer beliebten Sportwetten wird damit um rund 40 Millionen Euro überstiegen. Tilman Becker macht in seinem Symposium, das in den nächsten Tagen starten wird, deutlich, wie gefährlich das Kartenspiel eigentlich ist. Die Suchtgefahr beim Pokern liegt weit über der des klassischen Lottos. Das Spiel mit den Zahlen schätzt er hingegen mit einem eher geringen Potential ein, abhängig zu machen. Aktuell vermutet man rund eine halbe Million Spieler, die in die Sucht abgerutscht sind – und das deutschlandweit. Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer sogar noch weit darüber liegt. Vergleichen lässt sich das pathologische Spielverhalten mit einer Sucht nach Alkohol. Sie loszuwerden, scheint schwieriger zu sein als manch einer glauben mag.

Speziell unter jungen Männern fällt immer deutlicher auf, dass Pokern nicht nur ein hübscher Zeitvertreib zu sein scheint. Ganz offensichtlich ist es eher so, dass die Männer hier ihre Männlichkeit unter Beweis stellen können. Überlegenheit und die Fähigkeit, selbst kurz vor dem Verlieren nicht aufzugeben oder gar zu schwächeln, das sind die Dinge, auf die es für die Herren der Schöpfung ankommt. Auch ist ein Problem, dass die Gefahr, in die Spielsucht zu verfallen, umso stärker wird, wenn schon einmal hohe Gewinne erzielt wurden. Pokerspieler erhoffen sich natürlich, dieses Ziel noch einmal zu erreichen – meist mit der Folge des unaufhörlichen Spielens bis hin zur totalen Pleite.

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