Macht wirklich jedes Glücksspiel süchtig?

Das „Wissenschaftliche Forum Glücksspiel“ begann vor drei Jahren, sich mit einer sehr interessanten Frage zu befassen: „Macht jedes Glücksspiel süchtig?“. Das Team, welches aus interdisziplinären Forschern besteht, tüftelte seit langen an einer Art Messgerät für das Gefährdungspotential, welches von sogenannten Glücksspielen ausgeht.

Nun wurde genau dieses Gerät vorgestellt. Gerade für die Politik und die Verbraucher ist das Gerät eine wunderbare Orientierungshilfe.

Schnell wird aus dem Spaß, denn ein Glücksspiel bringen soll, eine schwere Sucht. Es ist für einen Spieler selbst kaum spürbar – schneller tappt er in die Suchtfalle, als er es überhaupt begreifen kann. Oft werden Haus und Hof gesetzt, um nur noch einmal spielen zu können.

Es gibt laut einer Schätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits mehr als 100.000 Menschen, die krankhaft süchtig nach Glücksspielen sind. Meist handelt es sich dabei um Männer, deren Alter zwischen 25 und 40 Jahren liegt. Macht denn nun jedes Glücksspiel auch süchtig?

Gibt es Merkmale, an denen man eine Suchtgefahr erkennen kann? Das „Wissenschaftliche Forum Glücksspiel“ scheint die Antwort auf all die Fragen zu kennen. Das neue Gerät, welches sie erfanden, um Glücksspielsucht zu erkennen, wurde nun vorgestellt.

Es waren Fachleute aus Recht, Ökonomie, Psychologie und Soziologie, die sich mit dem Thema Spielsucht befassten und das Messgerät erfanden. Das im Februar 2010 vorgestellte Gerät wurde weiter verbessert und soll nun auf den Markt kommen.

Es gibt einen Zwischenbericht der deutlich zeigt, dass das höchste Suchtpotential eindeutig von Spielautomaten, aber auch von Internetpoker und Sportwetten, ausgeht. Gründe für die Gefahr sind ebenfalls ersichtlich: Gerade das Gefühl, die Spiele steuern und unter Kontrolle bringen zu können, macht Menschen süchtig.

Sie glauben, gewinnen zu können, wenn sie sich nur stark auf das Spiel konzentrieren. Diese Illusion birgt enorme Gefahren. Hinzu kommt die Häufigkeit des Spielens. Je mehr ein Mensch spielt, desto schneller kann er süchtig werden.

Ein weiterer Grund für Spielsucht sind die enormen Gewinnsummen, die besonders am Spielautomat angepriesen werden. Oftmals sind es 500 Euro oder mehr, die sich ein Spieler mit ein wenig „Geschick“ sichern kann. Die Automaten geben dem Spieler zudem das Gefühl, ganz nah dran zu sein am großen Jackpot.

Diese speziellen Funktionen verleiten dazu, mehr und mehr zu spielen, um letzten Endes gar nicht mehr von dem Automaten wegzukommen. Das neue Messgerät beinhaltet 10 Kriterien, die für das Gefährdungspotential ausschlaggebend sind. Zudem differenziert das Werkzeug fünf Stufen der Gefährdung.

Der Projektleiter selbst ist von der Nützlichkeit des Messgerätes mehr als überzeugt und glaubt, so die Spiele auf den Markt bringen zu können, von denen keine allzu große Suchtgefahr ausgeht.

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