Immer mehr Jugendliche spielen um Geld

Beim Pokern findet man längst nicht mehr nur Erwachsene, die um bares Geld spielen.

Jetzt sind auch die Experten alarmiert, denn mittlerweile ist es sogar jeder dritte Jugendliche, der sein Portemonnaie zückt und um echtes Geld spielt. Jeder achte spielt sogar häufig oder regelmäßig. Gerade im Bereich Depressionen und anderer psychischer Erkrankungen bestehe ein sehr hohes Risiko.

Es wird kaum überraschen, dass es meist junge Männer sind, die sich dem Spielen zuwenden. Junge Frauen spielen im Vergleich wesentlich seltener. Die meisten dieser Spieler kommen übrigens aus der westlichen Schweiz. Lediglich 40% aller Romands sind es, die bisher nicht gespielt haben.

Ganze 15% spielen sogar sehr häufig. In der deutschsprachigen Schweiz finden sich immerhin 53%, die noch nicht spielen oder gespielt haben.

Das Fachmagazin „Swiss Medical Weekly“ hat eine Studie herausgebracht, laut der 13,5% aller jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren wenigstens einmal in der Woche spielen. Im vergangenen Jahr spielten 34,8% aller Befragten – 1116 an der Zahl – mindestens ein Mal um Geld.

Viele spielten gar 51 Mal um bares Geld. In der Schweiz sind bisher Zahlen zur Spielsucht unter Erwachsenen bekanntgegeben worden. Dort sind es 2,2%, die Probleme mit der Sucht haben. 1,1 Prozent sind tatsächlich spielsüchtig. Bislang gibt es noch keine genaue Statistik darüber, wie sich das Spielverhalten bei den jugendlichen Spielern auswirkt.

In der Romandie ist laut Forschern die Dichte der Casinos am höchsten, wenn man sich die gesamte Schweiz anschaut. Der Pokerboom scheint ein weiterer wichtiger Faktor zu sein, der eine gewisse Schuld an der Spielfreudigkeit der Jugendlichen trägt. Hinzu kommt, dass auch das Angebot an Online Gambling stetig steigt.

Gleichzeitig mit dem Spielen steigt auch der Zigarettenkonsum, der Canabiskonsum und auch der Griff zum Alkohol fällt während des Spielens häufiger aus. Ganze 34% aller Vielspieler rauchen täglich mehrere Zigaretten, 13 Prozent haben sich hingegen dem vermehrten Kiffen zugewandt.

Ärzten wird angeraten, bei psychischen Problemen von Jugendlichen auch den Hintergrund des Spielverhaltens nicht außer Acht zu lassen. So seinen unter Anderem Interventionsprogramme und Präventionsmaßnahmen von Nöten, um einer Spielsucht bei Jugendlichen vorzubeugen.

Es gibt bereits ältere Studien, die eines ganz klar gezeigt haben: Depressionen und auch andere psychische Erkrankungen werden durch Geldspiel nicht nur ausgelöst, sondern bestehende Erkrankungen auch weiter verstärkt. Wie sich gezeigt hat, leiden Männer häufiger unter Spielsucht.

Da diese aber ihre eigenen psychischen Probleme herunter spielen, ist eine ärztliche Unterstützung kaum realisierbar und das Risiko größerer Folgen, zum Beispiel Suizid, besonders hoch.

Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.

Subscribe to RSS Feed Follow me on Twitter!