Hohe Rückfallquote bei Spielsucht

Vier Jahre lang findet ein landesweites Projekt zur Glücksspielprävention statt, welches nun von dem 48 Jahre alten Reiner Sillinger übernommen wird, der damit den Diplom- Psychologen Boris Dickow ablöst.

Dieser hatte sich bereits in den vergangenen Jahren mit der Aufgabe des Projektes befasst und gibt das Zepter nun als Vollzeitstelle an Reiner Sillinger ab. Dieser kümmert sich um den Bereich der ambulanten Therapie.

Boris Dickow äußerte in dem Interview mit einer Zeitung: „In den vergangenen zwei Jahren ist es uns gelungen, ein Angebot für die von Sucht betroffenen Glücksspieler aufzubauen, wir haben ein Beratungsangebot geschaffen und sind sehr gezielt in die Öffentlichkeit gegangen, um vor allem auf die Risiken des Glücksspiels hinzuweisen.“

Die enorme Dichte an Spielhallen zeige sich besonders in den Städten Zeven, Bremervörde und auch in Rotenburg. Da wundert es kaum, dass zahlreiche Menschen bereits von der Spielsucht betroffen sind und nun über das ins Leben gerufene Projekt einen Ausweg suchen.

Reiner Sillinger, welcher schon jetzt halbtags als Suchtberater im Sozialdienst tätig ist und sich gleichzeitig im Rotenburger Diakoniekrankenhaus engagiert, wird künftig den Platz des Diplom- Psychologen Boris Dickow einnehmen.

Dank des unermüdlichen Einsatzes von Reiner Sillinger wird es also auch in Zukunft die bislang bekannte Sprechstunde für alle betroffenen Spieler geben. Diese können sich wie gewohnt mittwochs zwischen 14 und 16 Uhr melden. Zudem findet eine Glücksspielorientierungsgruppe jeweils am Donnerstag zwischen 19 und 20:30 Uhr zusammen.

Doch damit nicht genug, denn Sillinger plant weiterhin, sich gemeinsam mit dem zuständigen Ordnungsamt die ansässigen Spielstätten genauer anzuschauen. Er teilte im Interview mit: „Die Spielhallen sind verpflichtet, Informationsmaterial über die Gefahren des Glücksspiels bereit zu halten und es auch so zu platzieren, dass es leicht zu finden ist und mitgenommen werden kann.“

Nach seiner Erfahrung passiere dies aber nur sehr sporadisch. Gerade die Hinweise zum Thema Spielsucht und verantwortungsbewusstes Spielen seien besonders wichtig.

Die Gefahren und Folgen einer Spielsucht sollten nicht unterschätzt werden. Oftmals kommt es zu schweren Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Auch im sozialen Umfeld seien Probleme erkennbar, die auf ein auffälliges Spielverhalten zurückzuführen sind. Selbst Schlafstörungen sind bei Menschen, die an Spielsucht erkrankt sind, keine Seltenheit.

Prävention ist demnach der Schlüssel zum Erfolg. Ein Schritt für Betroffene kann es sein, sich selbst für das Spielen in Spielbanken und auch in jeder Form der Lotterie sperren zu lassen. Doch das ist noch nicht alles. Ebenso ist eine langfristige Suchtberatung notwendig.

Da es nicht möglich ist, sich für Geldspielhallen sperren zu lassen, sei die Gefahr nur dann einzudämmen, wenn sich Betroffene einer umfangreichen Therapie unterziehen.

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