Glücksspiel floriert im Petersburger Untergrund

Vor genau einem Jahr hatte man in Russland alle Spielcasinos und sämtliche Spielclubs geschlossen. Es durfte nur noch ganze vier Bereiche innerhalb Russlands geben, in denen das Glücksspiel gestattet wurde. Und so schön die Theorie für die Gesetzgeber auch klingen mag – an die Umsetzung hält sich anscheinend niemand.

Noch immer wird an allen Ecken des Landes nach Herzenslust um bares Geld gespielt. Sei es Poker, Blackjack oder Roulette – die Spieler und vor allen Dingen auch die Veranstalter kennen keine Regeln.

Mal handelt es sich um versteckte Events, mal müssten Gesetzgeber und Ordnungshüter eigentlich drauf stoßen, da sich kaum jemand an das Gesetz hält und dies auch laut kundgetan wird.

Der Grund für dieses offensichtliche Falschspiel? Es gibt nach wie vor eine Gesetzeslücke in Russland. Laut dieser ist das Spielen von Lotto weiterhin erlaubt. Jene Spielclubs, die noch vor einem Jahr ihre Automatenspiele, Roulette und Co. anboten, sind nun zu Lotterieclubs geworden.

Insgesamt gibt es in Petersburg zwischen 70 und 100 solcher „Lottoclubs“. Darunter findet man sicherlich einige legale Unternehmer, die sich ausschließlich auf das Anbieten von Lottospielen konzentrieren und sich strikt an die seit einem Jahr bestehende Gesetzgebung halten. In den meisten „Lotterieclubs“ sieht es hingegen anders aus.

Das, was nach außen wie ein normaler Lottoclub aussieht, ist im Inneren gefüllt mit Automatenspielen, einarmigen Banditen und vielen weiteren Glücksspielen, die eigentlich streng verboten sind. All diese Spiele werden über Computer gespielt, so dass es kaum auffällt.

Im Internet betriebene Glücksspiele lassen sich mit mehreren Zahlungsmethoden abwickeln. Genau aus diesem Grund ist es für den Gesetzgeber kaum machbar, legale von illegalen Anbietern zu unterscheiden.

Es geht nicht, wie es noch vor einem Jahr üblich war, Bargeld über die Tische. Vielmehr füllen Spieler nun ihr virtuelles Konto im Internet, wovon natürlich auch die Betreiber der „Lotterieclubs“ zu Genüge profitieren. Ordnungshüter versuchen derweil, die Betreiber von Zahlungsportalen zu kontrollieren – darunter auch das russische „Qiwi“, welches häufig zum Bezahlen von Glücksspielen genutzt wird.

Doch es sind nicht nur Spielclubs, die zu „Lotterieclubs“ geworden sind. Auch Spielsalons, die in Petersburg immer gut besucht waren und sogar Croupiers beschäftigten, haben längst nicht aufgehört, ihren Gästen Roulette, Blackjack und dergleichen anzubieten. Schnell wird aus einem ehemaligen „Vegas“ ein „Ruslotto“.

Auch das „Klub-Kasino Papanin“, welches nun „Klub Papanin“ heißt, öffnet weiterhin seine Pforten für die Gäste aus Petersburg und der Umgebung. Auch auf Fährschiffen, die Petersburg durchqueren, floriert das Geschäft mit den Glücksspielen. Es geht also beinahe wie gehabt weiter mit dem Glücksspiel im russischen Petersburg.

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