Alte Dame abgezockt – 20.000 Euro weg

Dreiste Abzocker buchten bei einer alten Dame nach Telefonat ganze 20.000 Euro ab.

Die Verbraucherzentrale Baden- Württemberg hat alle Hände voll zu tun. Tagtäglich laufen dort die Telefone heiß und hunderte Akten Stapeln sich auf den Schreibtischen.

Der Grund dafür sind verzweifelte und betrogene Menschen, die Karin Thomas- Martin und ihre Kollegen regelmäßig kontaktieren. Ein Rat muss her, denn immer häufiger geraten unwissende Bürger an dreiste Telefonbetrüger.

Die Zuständigen der Verbraucherzentrale befassen sich mit den Fällen und geben den Betrogenen Aufschluss darüber, wie man sich gegen die Machenschaften der Telefonbetrüger wehren kann. Diese zocken seit langer Zeit Geldbeträge in großem Stil ab.

Karin Thomas- Martin, die den Beruf der Telekommunikationsexpertin bereits seit gut 20 Jahren ausübt, bezeichnet die Telefonbetrüger als eine Seuche. Auch nach einer langjährigen Berufserfahrung kann sie nur gehörig über diese Machenschaften aufregen. Kaum gibt es Gesetzesänderungen, die gewisse Formen des Telefonmarketings und der Telefongewinnspiele verbieten, finden Betrüger andere Wege, um ihre Abzocke weiterhin durchzuführen.

Es werden Mittel und Wege gewählt, die rein rechtlich nicht einmal in Erwägung gezogen wurden. Der Polizei sind in den meisten Fällen die Hände gebunden. Nur selten gibt es den einen oder anderen Fall, in dem eines der betrügerischen Call Center geschlossen werden kann.

In diesen Call Centern finden sich tausende private Daten von Menschen, die unwissend irgendwo zuviel preisgegeben haben. Ein Anruf folgt, der besagt, man habe etwas gewonnen – ein Auto, eine Reise, ein Haus oder dergleichen. Einzige Bedingung ist es, unter einer teuren 0900-Nummer zurück zu rufen.

Meist haben die Betrogenen keine Chance, ihr Geld wiederzubekommen. Tausende Anzeigen flattern ständig bei der Polizei ein, die Verbraucherzentrale kann sich vor lauter Anrufen kaum retten. Immer mehr Menschen trauern ihrem Geld – mitunter tausende Euro – nach. Bei den Abzockern handelt es sich meist um Scheinfirmen, die lediglich einen Briefkasten oder eben nur eine teure Telefonnummer besitzen.

Es ist kaum möglich, den Betrügern das Handwerk zu legen. In den letzten drei Monaten sind bei der Verbraucherzentrale Baden- Württemberg allein 4000 Beschwerden eingegangen. Einer der extremsten Fälle ist laut Karin Thomas- Martin eine alte sehr alten Dame, die in einem Pflegewohnheim untergebracht ist.

Betrüger haben diese Dame um sage und schreibe 20.000 Euro gebracht. Sie hatte sich das Geld innerhalb vieler Jahre mühsam zusammengespart, um im Alter ein wenig Geld zu haben. Die Enkel waren es, die den Vorfall an die Verbraucherzentrale weitergegeben haben. In diesem Fall konnte die Lastschrift glücklicherweise rückgängig gemacht werden.

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